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Pferdegestütztes Coaching – wie hilfreich ist es wirklich?

5 August 2021
pferdegestütztes coaching

Die Wirkung von Pferden im Coaching

Viel wurde und wird immer noch geschrieben über die kontroversen Standpunkte zum Thema Pferdegestütztes Coaching. Für die einen ist das Coaching mit Pferden einfach nur Humbug, für die anderen (meist für die, die es schon selbst erfahren haben) ein emotionales und nachhaltiges Erlebnis.

Pferde werden schon seit den 1950er Jahren im therapeutischen Kontext eingesetzt. Seitdem konnte schon nachgewiesen werden, dass alleine die Anwesenheit der Vierbeiner den Blutdruck bei Menschen senken kann, entspannend auf uns wirkt und sogar Depressionen lindern kann.

Kommunikationsverhalten zwischen Pferd und Mensch

Pferde als Fluchttiere kommunizieren mit ihren Artgenossen überwiegend über die nonverbale Körpersprache. Im Laufe des Domestikationsprozesses hat das Pferd seine Wahrnehmung auf die Körpersignale des Menschen verfeinert. Folglich haben Pferde gelernt, immer besser auf den menschlichen Ausdruck zu reagieren. Die Kommunikation des Menschen mit dem Pferd fördert somit automatisch unser Körpergefühl und unsere nonverbale Ausdrucksfähigkeit.

Beidseitiges Bedürfnis nach sozialer Bindung

Sowohl das Pferd als auch der Mensch sind Herdentiere. Beide brauchen den Kontakt zu anderen Artgenossen für eine gesunde Entwicklung.

Aus diesem Grunde wendet sich das Pferd auch dem Menschen zu, wenn es nicht in seiner Herde ist. Trotzdem testet es ständig unsere Vertrauenswürdigkeit und unsere Führungsfähigkeit, bis es sicher sein kann, dass es uns folgen kann. Dabei akzeptiert das Pferd den Mensch unabhängig von seinem Aussehen oder Status. Das Pferd ist daher ein neutraler und vorurteilsfreier Beziehungspartner für uns geworden.

Mittlerweile gibt es auch eine erste Studie zur Wirkung von Coaching mit Pferden, die zeigt, dass diese Art von Coaching einen Effekt hat auf die körpersprachliche, emotionale und intuitive Ebene des/der KlientIn.

Studie zur Wirkung von Pferden im Coaching

In dieser Studie wurde der Einfluss von Pferden im Coaching untersucht. Im Speziellen wurde auf die Beziehung zwischen CoachIn und KlientIn geschaut.

Es zeigte sich, dass KlientInnen sich ihrer eigenen Verhaltens-, Denk- und Gefühlsmuster im Pferdegestützten Coaching bewusster wurden und begannen, diese Muster zu verändern.

Zusätzlich steigerten KlientInnen ihre Führungskompetenz, indem sie ihren verbalen und nonverbalen Ausdruck besser in Übereinstimmung brachten, den eigenen Führungsstil reflektierten und dann flexibel anpassten.

Zusammenfassend zeigte diese Studie, dass der Einbezug von Pferden im Coaching den Fokus mehr auf die Körpersprache des/der KlientInnen legt. Und in der Körpersprache spiegelt sich unser emotionales Empfinden wider.

Somit wirken die Vierbeiner wie ein sozialer Katalysator: sie fördern die emotionale Selbstexploration des/der KlientIn.

Die KlientInnen können die Reaktion der Pferde gut annehmen, da Pferde im Hier und Jetzt agieren und keine Karten im Spiel haben. Ihre Reaktionen sind vorurteilsfrei, ehrlich und direkt.

Auch die Beziehung zwischen KlientIn und CoachIn wird durch den Co-Coach Pferd intensiviert. Gemeinsam gelingt es, die Erlebnisse mit dem Pferd in den eigenen Alltag zu transferieren.

(Etwas ausführlicher gibt es die Studie unter folgendem Link zum Nachlesen: https://www.coaching-magazin.de/wissenschaft/wirkung-pferde-coaching)

Pferdegestütztes Coaching bleibt trotzdem immer ein Stück weit magisch

Zum Glück können wir Menschen nicht alle Phänomene wissenschaftlich erklären. Daher bleibt die Arbeit mit den Pferden auch immer ein Stück weit faszinierend und zuweilen magisch, da wir mit ihnen Dinge erleben, die tiefer gehen, länger anhalten und in unseren Erinnerungen lebendig bleiben.

Pferde berühren etwas tief in uns drin, bringen unsere Seele zum Schwingen. Ganz leise und oftmals unbemerkt, und doch nachhaltig.

Und dafür bin ich ihnen sehr dankbar.